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Für Motorradfahrer hat die Zeit des Wartens endlich ein Ende. Mit den steigenden Temperaturen dürfen im März und April mehr und mehr Maschinen aus ihren Winterquartieren heraus und zurück auf den Asphalt. „Wer sein Bike aus dem Winterschlaf holt, sollte allerdings im Interesse der eigenen Sicherheit unbedingt einige Dinge beachten“, erinnert Alexander Bausch von TÜV SÜD. Dazu gehört auch, den Zustand der Sicherheitsausrüstung zu inspizieren. Ob Lederkombi oder Textilbekleidung, beide brauchen regelmäßig und gründliche Reinigung sowie Pflege. Dabei auf den richtigen Sitz der Protektoren achten. Helm und Visier müssen von Winterstaub und Insektenresten befreit werden. „Verkratzte Visiere beeinträchtigen die Sicht und sollten unbedingt ersetzt werden“, rät Bausch und „nach der Winterpause muss fahrtechnisch vieles wieder trainiert werden.“
Biker sollten sich daher nach und nach an das Fahrverhalten ihrer Maschine, die Bremswirkung und das richtige Kurvenverhalten herantasten. Bremsübungen und das Gefühl für die Maschine sollten beispielsweise auf einem Übungsplatz wieder aufgebaut werden. „Grundsätzlich“, so der Sicherheitsexperte, „sollte man langsam anfangen und zunächst kürzere Touren planen, denn Motorradfahren ist auch eine Frage der Kondition.“
Wer sein Motorrad im Herbst richtig eingemottet hat, braucht vor der ersten Ausfahrt nicht mehr viel zu machen. Die wichtigsten Hinweise auf dem Gebiet der Sicherheitstechnik befinden sich in den Handbüchern der Hersteller. Im Zweifel sollte zur Überprüfung der Funktionstauglichkeit von sicherheitsrelevanten Teilen eine Motorrad-Fachwerkstatt aufgesucht werden. Ansonsten gilt: Federung einstellen, Bereifung auf Schadhaftigkeit, Profiltiefe und Luftdruck kontrollieren; die Kette säubern, einfetten und nachspannen, falls das Spiel nicht den Herstellervorgaben entspricht. Auch Beleuchtung und Bremsanlage müssen einwandfrei funktionieren. Ferner müssen Züge und Gelenke geölt und Schrauben, falls nötig, nachgezogen werden, rät der TÜV SÜD-Fachmann weiter. Der Zustand der Reifen lässt sich am besten bei aufgebockter Maschine untersuchen. Dabei die Räder langsam von Hand drehen und prüfen, ob Risse, Schnitte oder eingefahrene Gegenstände wie Nägel einen Wechsel notwendig machen. Genauso wichtig wie einwandfreie Pneus: die Bremsen. Bausch empfiehlt: „Die Bremsscheiben nach der Winterpause mit speziellen Reinigern aus dem Fachhandel säubern. Außerdem Beläge und auf ausreichendes Mindestmaß kontrollieren. Bei Trommelbremsen zeigt eine Skala am Gehäuse an, ob die Belagstärke noch in Ordnung ist.“ Die Bremsflüssigkeit unterliegt auf Grund ihrer Zusammensetzung einem Alterungsprozess und so sollte sie in der vom Hersteller vorgesehenen Frist gewechselt werden. Wer sie länger nutzt, kann im Ernstfall die Bremswirkung komplett verlieren.
Nach den Beobachtungen von Fachleuten und Polizei vernachlässigen immer wieder einige Motorradfahrer die Anforderungen an eine sichere Montur. Der Schutzhelm allein genügt nicht; spezielle Jacken und Hosen beispielsweise Kombinationen mit Protektoren gehören zur persönlichen Sicherheit ebenso dazu, wie Motorradstiefel und wärmende Unterbekleidung inklusive Nierenschutz. „Wer an seiner Ausrüstung spart, spielt geringstenfalls mit seiner Gesundheit“, warnt Bausch.
Quelle: https://www.tuvsud.com/de-de/presse-und-medien/2026/maerz/sicher-in-die-neue-motorradsaison










