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Zwischen Wartungsfehlern und Technik-Fabeln

Zwischen Wartungsfehlern und Technik-Fabeln

Zwischen Wartungsfehlern und Technik-Fabeln

Ohne sie geht nichts. Eine funktionierende Batterie ist das A und O vor jeder Autofahrt. Doch technische Irrtümer, falsche Vorstellungen, aber auch mangelnde Wartung lassen den morgendlichen Fahrtantritt im röchelnden Drehen des Anlassers scheitern. Vor allem bei Minusgraden. „Batterieprobleme stehen auf der Pannenstatistik ganz oben“, schildert Karsten Graef von TÜV SÜD in München seine Erfahrungen: „Mal ist der Akku altersbedingt schlapp, mal quittiert er seinen Dienst, weil das notwendige Minimum an Wartung versäumt wurde.“ Akkutechnik ist bei modernen Autos inzwischen ein diffiziles Thema. „Mal eben austauschen geht meistens nicht mehr“, warnt der TÜV SÜD-Fachmann.

Batterieservice ist bei den meisten modernen Fahrzeugen Werkstattsache. „Das Risiko von Schäden an teuren Steuergeräten ist groß“, warnt der TÜV SÜD-Profi, „der Verlust von Sendereinstellungen beim Autoradio ist da noch ein kleineres Problem.“ Profis arbeiten deshalb mit einem Puffer-Akku, damit das Fahrzeug beim Abklemmen der Batterie nicht komplett stromlos wird und dadurch seine sämtlichen Einstellungen vergisst.

Auch beim Kauf eines neuen Akkus ist einiges zu beachten. Lediglich auf die Abmessungen und die Nenndaten zu achten, wäre ein Kardinalfehler. „Man muss beispielsweise berücksichtigen, ob das Fahrzeug eine Start-Stopp-Automatik hat, da in diesem Falle wesentlich mehr Startzyklen zu erwarten sind und das Lademanagement des Fahrzeugs anders funktioniert“, erläutert Graef.

Grundsätzlich wird zwischen der herkömmlichen Starterbatterie, dem sogenannten Starter-Lighting-Ignition-Akku und Modellen für Fahrzeuge mit Start-Stopp-Automatik und Bremsenergierückgewinnung unterschieden. Bei ihnen sorgen spezielle Technologien wie Absorbent Glass Mat (AGM) oder Enhanced Flooded Battery (EFB) für besonders hohe Zyklenfestigkeit und Lebensdauer. Wichtig für den Austausch sind darüber hinaus die Kapazität und der Kaltstartstrom. Die Bezeichnung zwölf Volt, die auf dem Akku zu lesen ist, gilt nur als eine ganz grobe Spannungseinteilung und beschreibt nicht die exakte Spannung eines Akkus. Schon kleine Unterschiede haben an dieser Stelle große Auswirkungen. Ein vollgeladener Akku kann 12,7 Volt aufweisen (AGM 12,9 Volt). Sollte dieser Akku später 12,1 Volt haben, gilt dieser schon als nennenswert entladen (40 Prozent Restkapazität).

Sinkt die Batteriespannung ab, kann Nachladen helfen. Doch auch hier lauern Tücken, etwa wenn in einem solchen Fall ein altes Ladegerät zum Einsatz kommt. „Das kann nicht nur die Starter-Batterie schädigen, die Aktion kann auch gefährlich sein. Ältere Ladegeräte sind meist nicht geregelt und können somit unter Umständen Batterien überladen“, warnt der TÜV SÜD-Fachmann.

Moderne Autoakkus werden zumeist als wartungsfrei gekennzeichnet. Früher musste man destilliertes Wasser in Batterien nachfüllen. Das ist Technik von gestern und nicht mehr nötig. „Gleichwohl muss man vor allem bei Kurzstreckenfahrzeugen immer mal wieder ein wenig Zeit investieren, da sich die Batterie auf kurzen Strecken nicht volllädt“, schildert Graef seine Erfahrungen. Gerade wer häufig Kurzstrecken fährt, sollte die Batterie zwischendurch immer wieder einmal mit einem externen Ladegerät vollladen oder eine längere Strecke fahren.

Zudem belasten Minusgrade und zusätzliche Verbraucher wie Radio, Gebläse, Sitz- und Heckscheibenheizung die Stromspender. „Kommen dann noch viele Kurzstrecken hinzu, erreicht der Akku nicht mehr seine volle Leistungsfähigkeit“, weiß der TÜV SÜD-Fachmann und seit Hersteller immer mehr Elektronik in ihren Fahrzeugen einsetzen, wird der Akku praktisch ständig angezapft. Daher sollten nur die sicherheitsrelevanten Funktionen, wie Fahrlicht und Gebläse, gegen beschlagene Scheiben genutzt werden. Bei Kälte kommt erschwerend hinzu, dass die Batterie beim Starten nicht nur mehr Strom abgeben muss, sondern auch schlechter Strom aufnimmt, weil die chemischen Prozesse in ihrem Inneren langsamer ablaufen. So kann dem gewollten Parken ein unerwarteter Stillstand folgen. Keinesfalls sollte aus falscher Vorsorge für die Batterie aber auf das Abblendlicht verzichtet werden. Neben der Verkehrssicherheit spricht noch ein anderer Grund dafür: Moderne Batteriemanagementsysteme gehen bei eingeschaltetem Abblendlicht eigentlich immer auf Lademodus über. Daher kann es für die Batterie sogar förderlich sein, das Licht einzuschalten.

Quelle: https://www.tuvsud.com/de-de/presse-und-medien/2021/januar/zwischen-wartungsfehlern-und-technik-fabeln

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